Kursangebote -Kurstermine             Stress und Burnout Prävention

Was ist Stress ?

Wir leben in hektischen Zeiten, und Stress kann krank machen. Innere und äußere Spannungen nehmen bei vielen Menschen zu .Betroffenen fragen sich , warum das so ist bzw. welche Veränderungsmöglichkeiten sie haben. Sie machen die Hektik ihrer Umgebung und die Schnelligkeit der heutigen Zeit für die Entstehung der Überspannung verantwortlich , anstatt auf ihre Steuerungsmöglichkeiten zu richten .

Doch die gute  Nachricht lautet: Wie gestresst wir sind, haben wir selbst in der Hand.

 

Ob bei der Arbeit, in der Freizeit oder der Beziehung: Stress ist heutzutage  allgegenwärtig – und hat einen ziemlich schlechten Ruf. „Völlig zu unrecht“, kontert Sepp Porta, Stressforscher der Universität Graz. Seine These: Gäbe es keinen Stress, wäre der Mensch längst ausgestorben. „Ohne Stress keine Evolution“, bringt der Endokrinologe das Phänomen auf den Punkt.

 

Obwohl die körperlichen Vorgänge in Stresssituationen bei allen Menschen gleich ablaufen, wird Stress von jedem Menschen anders empfunden. Was als Stress erlebt wird, hängt stark davon ab, wie jeder Einzelne eine herausfordernde Situation und deren Bewältigungschance wahrnimmt.

 

Stress ist eine natürliche körperliche Reaktion auf psychische oder körperliche Belastungen. Sie dient dazu, in angenommenen oder realen Gefahrensituationen kurzfristig die Leistungsbereitschaft zu erhöhen. Treten Belastungssituationen nur selten auf, ist Stress nicht gesundheitsschädlich.

 

Entwicklungsgeschichtlich gesehen ist Stress nichts anders als eine körperliche Reaktion auf eine Belastungssituation. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und auf die Bewältigung der Situation vorbereitet. Ein kleiner Adrenalinschub von Zeit zu Zeit weckt die Lebensgeister, bringt Schwung ins Leben und macht fit für Notsituationen. Das Gehirn als Steuerzentrale sorgt in Sekundenbruchteilen dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden:

  • Der Körper wird mit Botenstoffen wie Adrenalin überflutet.
  • Die Atemfrequenz erhöht sich, der Puls schnellt in die Höhe, die Muskulatur wird besser durchblutet.
  • Der Organismus ist bereit, zu reagieren.

Nach Abwendung der Gefahrensituation folgt eine Phase der Entspannung, in der sich die Körperfunktionen wieder normalisieren. Der abgelaufene Mechanismus bleibt ohne langfristige Folgen für den Körper.

Problematisch wird es, wenn der Stress kein Ende nimmt: Im Gegensatz beispielsweise zu den Sexualhormonen gibt es für Stresshormone keine Obergrenze. „Ganz egal, wie hoch der Spiegel ist, der Organismus kann immer noch mehr ausschütten“, so Stressforscher Sepp Porta.

Biologisch sei das sinnvoll, weil so bei Gefahr noch zusätzliche Stressfaktoren bewältigt werden können. Doch was zu viel ist, ist zu viel: Irgendwann überschlägt sich das Herz, der Sauerstoff reicht nicht mehr und es kommt zum gefürchteten Myokardinfarkt, einem stressbedingten Herzkollaps

 

Gesundheitliche Folgen bei dauerhafter Stressbelastung

Alarmzustand: Dauerbelastung macht  krank

Der Mensch ist stets bestrebt, sein inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Falls ihm dies nicht gelingt, entsteht negativer Stress.

Tückisch sind das Erleben/Empfinden und Bewertungen  von chronischem Stress ,

 - bestimmte Situationen nicht unter Kontrolle zu haben

- sich selbst nicht unter Kontrolle zu haben

- sich nicht entwickeln zu können

- nur auf sich selbst gestellt zu sein und keine Hilfe erwarten zu können.

 

die  dauerhaften Umstände , die anhaltende Spannungen erzeugen ,  wie es zum Beispiel

  • Unzufriedenheit mit der alltäglichen Arbeit
  • Psychosoziale Spannungen und Konflikte
  • traumatische Erlebnisse
  • Grübeln über negative Erlebnisse
  • Überforderung in Beruf , Freizeit , Familie und Haushalt
  • Unterforderung
  • Kritische Lebensereignisse  wie Z.B.

®     Tod des Ehepartners / eines nahen Verwandten/ Freund/Freundin

®     Scheidung

®     Trennung

®     Schwere körperliche Verletzung/Krankheit

®     Kündigung durch den Arbeitgeber

®     Pensionierung

      

Dauerstress hat negative Auswirkungen auf nahezu alle Organsysteme.

 

Im Grunde ist die Stressreaktion ein Geniestreich der Natur: Erst unter Stress läuft unser Körper zur Hochform auf. Dann schießen in Sekundenbruchteilen Hormone wie Cortisol, Noradreanlin und Adrenalin ins Blut. Sie sorgen dafür, dass Herzschlag und Atmung sich beschleunigen, mehr Sauerstoff durch den Körper strömt, Gehirn und Muskeln ausreichend Zucker zur Verfügung steht. Gleichzeitig dämpfen die körpereigenen Botenstoffe andere, momentan weniger wichtige Systeme wie die Verdauung.

 

Unmittelbare Auswirkungen von Stress auf den Körper

Die Folgen: Der Daueralarm im Inneren sorgt für ständig erhöhte Blutzuckerwerte, die die Gefäße ähnlich schädigen wie ein Diabetes. Das Immunsystem schwächelt, Herz und Kreislauf sind ständig belastet und nehmen Schaden. Magen und Darm bleiben laufend unterversorgt und reagieren mit Beschwerden von Sodbrennen bis  Magengeschwür.

Von den psychischen Folgen ganz zu schweigen: Wer dauernd unter Strom steht, dem drohen Schlafstörungen, Burnout und Depressionen.

Der Begriff Stress ist in unserem Sprachgebrauch größtenteils negativ besetzt, meist wird er für einen Zustand der Überforderung verwendet. Eine Empfindung, die sich in zum Teil in heftigen Gefühlen und Körperreaktionen niederschlägt und  sich durch eine Vielzahl körperlicher und psychosomatischer Beschwerden äußern können: 

 

  

Stressreaktionen laufen auf 4 Ebenen ab

Körperliche Warnsignale

Magenschmerzen - Sexuelle Unlust - Muskelverspannungen - Kopfschmerzen - Rückenschmerzen - Starkes Schwitzen/ Schweißausbrüche - Verdauungsbeschwerden - flaues Gefühl in der Magengegend - Appetitlosigkeit - Schlafstörungen Chronische Müdigkeit - Herzklopfen / Herzstiche - Engegefühl  in der Brust Atembeschwerden / schnellere und flachere Atmung Zähneknirschen - Trockener Mund - Schwindelanfälle - Erhöhte Herzfrequenz/Blutdruck ( bis hin zu erhöhtem Herzinfarktrisiko) Infektanfälligkeit ( Schwächung des Immunsystems) - Zittrige Hände und Knie - Körperliche Erschöpfung 

Emotionale Warnsignale

 

Diffuses und durchdringendes Gefühl  innerer Unruhe und Nervosität Angstgefühle Gereiztheit Unzufriedenheit
Innere Leere - Lustlosigkeit........

Kognitive Warnsignale

Albträume Leistungseinbußen „dösen“ am Tag…vermehrt Tagträume - „black out“, Gedankenblockaden 

- Gedankenleere Konzentrationsstörungen Angstbesetztes Denken  Grübeleien 

Warnsignale im Verhalten

 

Aggressives Verhalten gegenüber anderen - Motorische Unruhe Unregelmäßiges ( unkontrolliertes ) Essen Erhöhter Konsum von Koffein , Nikotin, Alkohol - weniger oder exzessiver Sport - Medikamente zur Beruhigung / zum Schlafen - Nicht zuhören  - dazwischen Reden Schnelles Sprechen - " aus der Haut fahren"

Diese einzelnen Symptome manifestieren sich in den meisten Fällen zu komplexen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magen-Darm – Krankheiten aus . Bei Verspannungen sind die Hauptursachen in psychischen Unbefindlichkeiten , schlechter körperlicher Verfassung und Schmerzen zu finden . Die Verspannungen können wiederum die zugrundeliegenden Probleme verstärken und/oder zu weiteren Gesundheitsproblemen führen.

 

In Urzeiten folgte auf Stress meist eine körperliche Reaktion wie Flucht oder Kampf. Dabei baute der Organismus Blutzucker und Stresshormone wieder ab. Moderne Stressopfer können meist aber weder davonlaufen noch zuschlagen und bleiben auf den hohen Werten sitzen.

 

Erst wenn Stress im Übermaß auftritt und der Organismus keine ausreichende Möglichkeit zur Entspannung hat, wird er zum Gesundheitsrisiko. Die Auswirkungen einer lang andauernden Stresssituation spiegeln sich in nahezu allen Organsystemen wider:

  • Das Immunsystem wird langfristig geschwächt, sodass die Anfälligkeit für Infektionserkrankungen wie Erkältungen oder Herpes-Viren-Infektionen ansteigt.
  • Der Magen-Darm-Trakt reagiert typischerweise mit Verdauungsproblemen, in schweren Fällen können sogar Magengeschwüre auftreten.
  • Chronisch erhöhter Blutdruck als Folge der Dauerbelastung gilt zudem als Risikofaktor für Herzinfarkte.
  • Stress führt zu erhöhten Blutzucker- und Cholesterinwerten
  • Muskelverspannungen können langfristig Kopf- und Rückenschmerzen verursachen
  • Dauerbelastung kann auch in Erschöpfungszuständen, Depressionen, Suchterkrankungen oder Burnout  münden.

 

Erst in den letzten Jahren hat man eine weitere krank machende Auswirkung von Dauerbelastungen entdeckt: den so genannten oxidativen Stress. Wie immer, wenn der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft, entstehen auch mehr freie Radikale. Diese aggressiven Stoffwechselprodukte sind Sauerstoffmoleküle, denen Elektronen fehlen. Auf der Jagd nach fehlenden Teilchen räubern sie bei anderen Molekülen.

 

Dabei können sie gesunde Zellen zerstören oder sogar Schäden im Erbgut anrichten. Sie lassen den Körper schneller altern und sollen im schlimmsten Fall sogar Krebs auslösen können.